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Naturschutz­gebiet
Ententeich

Initiative, um das Biotop im Villewald
vor der Zerstörung und Versiegelung zu retten.

Hitzeschutz: Warum das Naturschutzgebiet Ententeich für Brühl so wichtig ist

Heiße Sommer werden auch in Brühl immer häufiger. Hitzewellen dauern länger, Tropennächte nehmen zu und versiegelte Flächen heizen sich besonders stark auf. Natürliche Wälder gehören deshalb zu den wichtigsten Klimaschützern direkt vor unserer Haustür. Ihre Kühlungsfunktion ist wichtiger denn je!

Der Wald als natürliche Klimaanlage

Das Gebiet umfasst rund 14 Hektar Wald- und Wasserflächen. Rund 15.000 Bäume sollen im Zuge der geplanten Erweiterung gefällt werden. Bäume spenden Schatten und kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung. Über ihre Blätter geben sie Wasser an die Luft ab. Dieser Prozess entzieht der Umgebung Wärme – ähnlich wie Schweiß den menschlichen Körper kühlt. 1, 2

Besonders wertvoll ist dabei ein geschlossener, älterer Waldbestand. Er sorgt dafür, dass sich die Luft weniger stark aufheizt und trägt dazu bei, dass kühlere Luft in die Umgebung abgegeben wird. 3, 4, 5 In manchen Wäldern kann es im Sommer bis zu 10 °C kühler sein als in der nächsten Stadt und 4 °C kühler als auf Grünflächen. Auch der Temperaturunterschied zwischen Wald und Stadt kann durch Verdunstung und Beschattung mehr als 5 °C betragen. 6

Kühlung für die Stadt

Wälder wirken nicht nur innerhalb ihrer Grenzen. Sie beeinflussen auch das Stadtklima. Vor allem nachts entstehen über bewaldeten Flächen kühlere Luftmassen, die in angrenzende Siedlungsbereiche strömen können. Dadurch werden Hitzebelastungen für die Bevölkerung reduziert. 3, 4 Gerade deshalb sind solche natürlichen Kühlräume nicht nur für das Gebiet selbst wichtig, sondern auch für die umliegende Region. Mit zunehmenden Hitzesommern gewinnt ihre Funktion als natürliche Klimaanlage weiter an Bedeutung.

Wasser schützt vor Hitze

Zum Naturschutzgebiet gehören nicht nur Waldflächen, sondern auch ein See sowie feuchte Waldbereiche. Wasser speichert Wärme wesentlich langsamer als Asphalt oder Beton und trägt ebenfalls zur Kühlung der Umgebung bei. 1, 2, 3, 4 Der etwa 1 Hektar große See Ententeich verstärkt demnach diesen kühlenden Effekt.

Gleichzeitig speichern Waldböden große Mengen Niederschlagswasser. Dieses Wasser steht den Bäumen in den immer häufiger vorkommenden Trockenperioden zur Verfügung und ermöglicht überdies die Verdunstung, die wiederum für Kühlung sorgt. 3, 4, 5

Versiegelung verstärkt Hitze

Werden Waldflächen gerodet und durch Gebäude, Straßen oder Parkplätze ersetzt, verändert sich das lokale Klima dauerhaft:

  • weniger Schatten
  • weniger Verdunstung
  • höhere Oberflächentemperaturen
  • stärkere Aufheizung der Umgebung
  • geringere Wasserspeicherung im Boden.

Diese Effekte lassen sich durch Ersatzpflanzungen an anderer Stelle kurzfristig nicht ausgleichen. Denn: Bis neu gepflanzte Bäume eine vergleichbare Kühlwirkung entfalten, vergehen oft viele Jahrzehnte.

Warming Stripes Brühl 1881–2025
Grafiknachweis: LANUK NRW: „Klimaatlas NRW – Temperatur: Warming Stripes“, Brühl 1881–2025, Datengrundlage DWD Climate Data Center, Visualisierungsidee Ed Hawkins, aktualisiert 11.02.2026, Lizenz CC BY 4.0, OpenGeodata.NRW, abgerufen am 24.08.2026. Datensatz

Auch das Schwammstadtkonzept setzt auf den Erhalt von Grünflächen

Die Stadt Brühl verfolgt mit ihrem Schwammstadtkonzept das Ziel, sich besser an den Klimawandel anzupassen. Ein zentrales Prinzip lautet, Regenwasser möglichst in der Landschaft zu halten, Verdunstung zu fördern und bestehende Grün- und Waldflächen zu erhalten. Sie helfen gleichzeitig beim Hitzeschutz, beim Wasserrückhalt und beim Erhalt der biologischen Vielfalt. 4, 5

Fazit

Bäume, Böden und Gewässer kühlen die Umgebung, speichern Wasser und tragen dazu bei, die Folgen des Klimawandels abzumildern. Gerade weil solche natürlichen Klimaanlagen nicht kurzfristig ersetzt werden können, kommt ihrem Erhalt eine besondere Bedeutung zu. Wer Wald schützt, schützt auch Menschen.

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Quellen

  1. Kölner Büro für Faunistik (Juli 2010): „Erweiterung des Allgemeinen Siedlungsbereichs für zweckgebundene Nutzungen – Freizeitpark Phantasialand in Brühl. Naturschutzrechtlicher und artenschutzrechtlicher Fachbeitrag“. Nachgewiesen in der amtlichen Planbegründung; ein öffentliches Archivexemplar ist nicht angegeben. Amtlicher Nachweis
  2. Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW: „Veräußerung einer landeseigenen Waldfläche an den Freizeitpark Phantasialand in Brühl“, Vorlage 17/6282, 14.01.2022, Landtag NRW. Vorlage 17/6282 (PDF)
  3. ECONICS INSTITUTE (2025): „Die Leistungsfähigkeit unserer Landschaften im Klimawandel. Der Grün-Feucht-Kühl-Index für Deutschland“, herausgegeben von Inga M. Engelhardt und Pierre L. Ibisch, Chorin, 23.09.2025. Bericht (PDF)
  4. Umweltbundesamt: „Erhöhung des Anteils von Grünflächen und Bäumen in Städten“, aktualisiert am 02.11.2020, abgerufen am 24.08.2026. UBA-Seite
  5. Bundesamt für Naturschutz: „Ökosystemleistungen von Wäldern“, abgerufen am 24.08.2026; ergänzend BfN-Schriften 320 „Ökosystemdienstleistungen von Wäldern“. BfN-Themenseite · BfN-Schriften 320
  6. Carolin Föste: „Hitzefrei im Wald – wie Laubwälder ihre Umgebung kühlen“, Forstpraxis, 29.06.2023, abgerufen am 24.08.2026. Artikel